Quelle Symbolbild: Screenshot BR-Fernsehen

Einsatzkräfte seien bis zu fünf Minuten lang nicht erreichbar gewesen; die Funkgeräte hätten weder am Tatort, dem Olympia-Einkaufszentrum, noch in der U-Bahn funktioniert. Einige Polizisten hätten deshalb ihre privaten Handys benutzt, um dienstliche Alarmierungen durchzugeben.

Obwohl die Münchner Polizei das Innenministerium detailliert über die Missstände informierte, bestritt der für den Digitalfunk zuständige bayerische Innenstaatssekretär, dass es Kommunikationsprobleme gegeben habe. Ihm lägen keine Unterlagen über eine minutenlange Störung vor. Störungen hätten nur "ab und zu zwei Sekunden gedauert". Für ihn sei der Digitalfunk ein "ganz tolles Einsatzgerät", das mit 97 Prozent Netzabdeckung in Bayern besser sei als alles, was die Polizei bisher zum Funken zur Verfügung gehabt habe.

Das wird von der Polizei auch nicht bestritten - wenn es um den Einsatz des Digitalfunks im "täglichen Streifendienst" geht. Probleme würden aber vor allem dann auftreten, wenn bei einem Einsatz viele Ordnungskräfte auf engem Raum tätig sind, sowie bei Einsätzen im Innern von Gebäuden und in unterirdischen Anlagen wie der U-Bahn. Die Tunnelstrecken der Münchner U-Bahn sind nur mit Antennen und Kopfstationen für analogen BOS-Funk ausgestattet. Eine Umrüstung auf Digitalfunk werde ca. 20 Millionen Euro kosten. Um die Übernahme der Kosten streiten sich der Freistaat Bayern und die Stadt München.

Auch in sicherheitsrelevanten Bereichen wie den Terminalgebäuden des Münchner Flughafens ist nach Recherchen des BR mangels Netzabdeckung kein digitaler BOS-Funk möglich. Immerhin habe man sich in diesem Falle geeinigt, wer welche Kosten übernimmt. Es dürften allerdings noch Monate vergehen, bis die Digitaltechnik dort installiert ist.


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